[Rezension] Tauben im Gras von Wolfgang Koeppen

3. Dezember 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Originaltitel: Tauben im Gras
Autor: Wolfgang Koeppen
Verlag: Suhrkamp
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: Januar 1947
Preis: Taschenbuch: 8 €

Klappentext

„Tauben im Gras“, 1951 erstmals erschienen, ist der erste Roman jener „Trilogie des Scheiterns“, mit der Wolfgang Koeppen eine erste kritische Bestandsaufnahme der sich formierenden Bundesrepublik Deutschland gab. Mit Vehemenz und unerbittlicher Schärfe analysiert Koeppen die Rückstände jener Ideologien und Verhaltensweisen, die zu Faschismus und Krieg geführt haben und die schließlich in den fünfziger Jahren die Restauration der überkommenen Verhältnisse protegierten. Dabei ist das literarische Verfahren von „Tauben im Gras“ ein kaleidoskopartiges: Der ganze Roman schildert Gestalten und Vorgänge eines einzigen Tages im München des Jahres 1949. Mit einer Fülle genauer atmospärischer Details zeichnet Koeppen den Nachkriegsalltag dieser Stadt, die sein Protagonist, der verhinderte Schriftsteller Philipp, wie ein Schlachtfeld erlebt, wie ein undurchdringliches „Pandämonium“.

Leitmotive

Nachkriegszeit, Verhalten, Beziehungen, einfaches Leben

Plot

Dieser Roman umfasst verschiedene Handlungsstränge, die sich zum Teil aufeinander beziehen. Siehe Charaktere.

Charaktere

Dieses Buch umfasst mehrere Charaktere, die durcheinander in Abschnitten auftauchen.

Emilia und Philipp

Philipp, ein Schriftsteller in einer Schaffenskriese, ist verheiratet mit Emilia, eine knabenhafte Frau, die aus einer wohlhabenden Familie stammt, doch im Krieg hat das Vermögen an Wert verloren. Emilia hat zu Beginn einen Wutausbruch, woraufhin Philipp am nächsten Morgen weg ist. Sie ist auch alkoholabhängig. Im Laufe des Romans begegnen sich Emilia und Philipp kein einziges Mal.

Dr. Behude

Dr Behude arbeitet mit Fantasiereisen, Hypnose und Entspannungsmethoden, um seine kranken Patienten in der Psychiatrie zu therapieren. Auch Philipp wird von ihm behandelt.

Alexander, Messalina, Emmi, Hillegonda

Alexander und Messalina sind verheiratet und haben eine kleine Tochter namens Hillegonda. Alexander ist ein berühmter Schauspieler, seine Frau ist auffallend aggressiv zu Mitmenschen und hat ein mehr oder weniger schrilles Auftreten. Während die Eltern beschäftigt sind, wird Hillegonda von der Kinderfrau Emmi betreut, die sie in die Kirche schleppt und ihr erzählt, ihre Eltern seien Sünder und böse Menschen, und Hillegonda müsse dafür büßen.

Carla, Washington Price, Frau und Herr Behrend(, Sohn Heinz)

Carla ist schwanger von dem Schwarzen Washington Price. Er braucht Geld für sein Kind, das Carla aber abtreiben will, und ruft seine Eltern in Louisiana an. Auch will er ihr Reizwäsche im Central Exchange kaufen, doch dann fragt er nach Kinderwäsche. Letztendlich ist er sich nicht mehr sicher, für wen er etwas kaufen wollte. Frau Behrend ist rassistisch und gegen die Beziehung von Carla und Washington, während Herr Behrend mit seiner Freundin Vlasta, die er im Krieg in Prag kennengelernt hat, glücklich ist.

Dr Frahm

Carla sucht Dr Frahm auf, um ihr Kind endlich loszuwerden, aber er rät ihr ab, denn er denkt, Washington könnte ein guter Vater sein.

Odysseus Cotton, Josef und Susanne

Odysseus ist ein Afroamerikaner aus Memphis. Er wird als „dunkler Riese“ oder „Kind Kong“ bezeichnet. Trägt sein Kofferradio immer mit sich, aus dem verschiedene amerikanische Lieder dröhnen. Odysseus spielt Baseball und die Prostituierte Susanne fühlt sich zu ihm hingezogen, sie wurde vorher von Alexander aufgegriffen, aber letztendlich lief nichts. Der siebzigjährige Josef dagegen dient Odysseus während seiner Reise. Als er in dem Stadtviertel stirbt, in dem er aufgewachsen ist, niedergeschlagen wird, sagt er vor seinem Tod: „Es war der Reisende.“

Christopher Gallagher, Henriette und Ezra

Christopher kommt aus Santa Ana, er hat rotes Haar und hält nichts von Nationalitätendenken. Seine Frau befindet sich nicht in Deutschland, sonder in Paris, aber sein elfjähriger Sohn Ezra, der Gewaltfantasien hat, ist bei seinem Vater.Henriette hat Angst vor Deutschland, denn ihre Eltern starben durch Deportation. Als Jüdin wurde auch sie diskriminiert.

Richard Kirsch

Stammt aus Ohio, ist 18 Jahre alt und Soldat der US-Airforce. Er meidet FrauBehrend, da sie für ihn die Tante mit der Negertochter ist. Er selber überschätzt sich und wird von anderen als Gegenteil beurteilt.

Mr Edwin

Edwin ist ein berühmter Schriftsteller und hält Vorträge im Amerikahaus. Er macht sich Gedanken darüber, dass er vielleicht in der Stadt sterben würde.

Lehrerinnen

Miss Wescott: 38, Miss Burnett: 45, Kay: 21. Die amerikanischen Lehrerinnen stehen im Kontrast zu deutschen. Sie denken, dass deutsche weniger emanzipiert sind. Kay lässt sich später darauf ein, mit Philipp auf ein Hotelzimmer zu gehen, doch daraus wird nichts.

Schnakenbach

Konnte durch geplanten Schlafentzug nicht mehr als Soldat tätig sein. Auch er ist Patient bei Dr Behude.

Schreibstil

Der Schreibstil des weitgehend unbekannten Wolfgang Koeppen missfällt mir genauso sehr wie der von Janne Teller und Benjamin Lebert. Obwohl es schwerfällt letzteren als Schriftsteller zu akzeptieren. Es sind völlig wirre Wörter aneinandergereiht und meistens fehlt ein Komma, da wo es hingehört, auch scheint Groß- und Kleinschreibung ein Mysterium in dem Buch zu sein.

Erzählperspektive

Der Erzähler ist mal auktorial, mal personal aus Sicht einer Figur, mal neutral ohne Kommentar in der dritten Person. Innere Monologe in der Ich-Form sind zwischendrin eingefügt. Und Rückblenden sind so konstruiert, dass es schwer ist, zu verstehen, ob nur ein Ortswechsel stattfindet, ob man etwas überlesen hat, oder ob aus der Vergangenheit berichtet wird.

Wolfgang Köppen war unbekannt und wäre auch lieber unbekannt geblieben. Es ist schwer zu verstehen, was er ausdrücken will mit seinem Roman, denn zur Unterhaltung ist er keinesfalls geeignet. Die Figuren sind in ihren Handlungen unglaubwürdig und die ständigen Wechsel verwirren nur.

Theoretisch ist das Buch der erste Band der Trilogie des Scheiterns, doch der zweite und dritte Band sind noch weniger bekannt als der erste.

Plot: 3/5
Charaktere: 3/5
Schreibstil: 1/5
Spannung: 2/5
Titel: 3/5
Cover: 3/5
Ende: 3/5
Preis/Leistung: 3/5
Advertisements

Tagged:, , , , , , ,

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan [Rezension] Tauben im Gras von Wolfgang Koeppen auf Literaturressort.

Meta

%d Bloggern gefällt das: