Journalismus verblödet

12. November 2012 § 2 Kommentare

Als ich mich über den gestrigen Abend (MTV Europe Music Awards 2012) informieren wollte, da ich gestern keine Zeit hatte, mir das Ganze live anzusehen, musste ich schon echt stutzen, als ich sah, was die Journalisten da so produziert haben. In den Texten nur Fehler, so las ich: „Die frischgebackene Mama Pinie Geldof […]“ Ja, wer zum Henker ist denn Pinie Geldorf? Pixie Geldorf ist zwar in Deutschland nicht bekannt, aber in Europa schon.

Lana del „Ray„, so heißt die gute laut klatsch-tratsch.de, zumindest hat hier jemand die Datei so genannt. Liegt das alles daran, dass es schon nach 9 Uhr abends war? Also um nach 9 kann ich mich auch immer noch mit Algebra beschäftigen, also warum verblödet der Journalismus heute so sehr. Wahrscheinlich, weil alles schnell ins Netzt muss und niemand Zeit hat, nochmal zu kontrollieren. Ich hatte jedenfalls nach schon 1/6 des Textes keine Lust mehr, weiterzulesen. Es nervt, dass Leute dafür bezahlt werden, Texte zu schreiben, die gar nicht wirklich der deutschen Sprache mächtig sind, oder wie hier so weltabgewandt leben oder in dem Moment geistig abwesend sind, dass sie die Namen bekannter Leute falsch schreiben.

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§ 2 Antworten auf Journalismus verblödet

  • Kathrin sagt:

    Grauenvoll, solche Artikel lesen zu müssen, nicht wahr?! Fehler können ja passieren, aber ich stelle auch in letzter Zeit immer wieder fest, dass v.a. bei den ganz großen Medienunternehmen (Stern, Focus, etc.) Unmengen an Tippfehlern, falsche Satzkonstellationen und doppelte Wörter auftauchen, manchmal sogar falsche Übersetzungen (eine Redakteurin hat z.B. kürzlich das englische „smell“ mit „schmecken“ statt „riechen“ übersetzt, was dem Ganzen natürlich einen sehr merkwürdigen Sinn verlieh). Richtig schlimm finde ich insbesondere derartige Fehler in Überschriften – wie kann man die als Redakteur nicht sehen?! In einer Überschrift wurde so zum Beispiel aus Google Gogole (oder so etwas in der Art) gemacht.
    Ich als Nachwuchsjournalistin schäme mich da fremd – jedes Mal lese ich zweimal Korrektur, außerdem wird meine Arbeit für die diversen Medien immer von den Chefredakteuren kontrolliert. Gerade bei den großen Medienhäusern sollte das eigentlich auch die Grundvoraussetzung sein – allerdings scheint dort immer häufiger Quantität statt Qualität zu zählen …

  • Libby sagt:

    Ja, furchtbar. Also die Meisten scheint es nicht zu stören, mich schon, weil ich nicht umsonst alles drei Mal kontrolliere, was ich schreibe. ;)
    Von studierten Menschen erwarte ich doch, dass sie richtig schreiben können. Aber es ist ja nicht so als würde das nur im „schnelllebigen“ Internet passieren. In der Zeitung lese ich jeden Tag Artikel, die vollkommen falsch sind – Syntax, Übersetzung, Rechtschreibung. Da meint man doch, wenigstens da würde noch Korrektur gelesen werden.

    Und diese „sinngemäßen Übersetzungen“ sind einfach komplett für die Tonne. Es stört mich sowieso schon, wenn ich nicht der Originalstimme auf Englisch zuhören kann, sondern ein Übersetzer dazwischen quatscht, aber das der dann auch noch Wörter weglässt, oder den Sinn völlig verfälscht, geht doch nicht!? Und jedem, der der englischen Sprache mächtig ist, fällt das auf.

    Also wenn das so weiter geht, will ich gar nicht mehr Journalistin werden. -.-

    Ja, Quantität statt Qualität, da hast du wohl recht. Deshalb gibt es ja auch Webseiten, die Leute dafür bezahlen, einen Text über irgendetwas zu schreiben, und dann für jedes Wort ein paar Cent kassieren. :/

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