[Rezension] Blutrote Schwestern von Jackson Pearce

18. September 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Originaltitel: Sisters Red
Autorin: Jackson Pearce
Genre: Fantasy
Verlag: PAN Verlag
Sprache: Deutsch
Preis: Hardcover: 16,99 €

Klappentext

DIE ZARTE HAND DES TODES Wenn es dunkel wird, ziehen zwei junge Frauen durch einsame Gassen und Wälder. Mit ihren blutroten Mänteln und süßen Parfüms locken sie Werwölfe an – aber wenn diese sich auf die vermeintlich hilflosen Opfer stürzen, ziehen Scarlett und Rosie ihre Äxte hervor und schlagen zu. Doch dann beginnt die jüngere Rosie zu ahnen, dass es noch mehr im Leben geben kann als die Jagd – und begeht einen Fehler, der sie und Scarlett in größte Gefahr bringt: Sie verliebt sich …

Leitmotive

Liebe, Werwölfe, Tod, Märchen, Rotkäppchen

Location

Ellison und Atlanta, Georgia

Kaufgrund

Jackson Pearce ist eher neu in der Literatur und daher dachte ich, dass ihre nächsten Bücher lesenswerter und unterhaltsamer wären als der erste Versuch.

Plot

Scarlett („Lett“) und Rosie March haben Schreckliches durchgemacht. Als Kinder wurde ihre Großmutter von einem Wolf, oder hier Fenris, getötet, und Scarlett musste kämpfen, trägt nun Narben mit sich herum. Heute versuchen sie sich auf das Jagen und Abschlachten von diesen Wölfen zu konzentrieren. Sie ziehen ihre roten Mäntel über und locken die Wölfe an, um sie dann zu bekämpfen. Als Silas, ein guter Freund, nach einem Jahr aus San Francisco zurückkehrt, streift er wie früher mit ihnen durch die Wälder.

Kurz vor der Vollmondphase beginnt die Sucher der Rudel nach einem potentiellen neuen Wolf, der zu Beginn stets stärker und schneller sein wird als alle anderen. Scarlett und Rosie wollen mit Silas nach Atlanta gehen, um so viele Wölfe wie möglich zu töten und die Suche nach dem Potentiellen, dem Welpen, zu beobachten. Auch wenn die endlosen Jagden und Kämpfe mit Wölfen langweilig waren, am Ende wird es spannend. Wie bei vielen Romanen ein plötzlicher  Wettlauf gegen die Zeit.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – Achtung: Spoiler – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Als Scarlett nach einem Streit mit Rosie und Silas einen alten Mann als Wolf abstempelt, nur weil er ein Mädchen nach dem Weg fragt, aus dem Auto aussteigt und mit Absichten auf sie zugeht, habe ich es schon geahnt. Zwar ist Scarlett eine gute Jägerin, doch sie sieht immer nur das böse im Menschen/Wolf und so vertut sie sich. Dann verletzt sie den Mann auch noch und bemerkt erst jetzt, was sie getan hat …

Rosie und Silas verstehen sich immer besser, küssen sich, beginnen sich ihre Liebe zu gestehen, aber dann erfährt Scarlett davon, die sich allein gelassen fühlt. Und dann eröffnet ihr Silas auch noch, dass er früher in sie verliebt war.

Aber das wichtigste ist: Ich hätte niemals gedacht, dass der Welpe tatsächlich Silas ist. Wenn ich die Geschichte geschrieben hätte, wäre mir wahrscheinlich nichts besseres eingefallen als Silas zu nehmen. Zwar habe ich mitbekommen, dass er einige Geschwister hat, aber nicht dass er der siebte Sohn eines siebten Sohnes ist, so wie es sein soll.

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Bei anderen Romanen wird man zwar auch in die Handlung eingeführt, doch Jackson Pearce gelingt es am Anfang nicht ganz, dem Leser zu zeigen, weshalb man liest. Klingt banal, aber lasst es mich an einem Beispiel erklären: Jane Austens Stolz und Vorurteil handelt von Heiratswilligen Töchtern und dem Mangel an hochrangigen, reichen Junggesellen. Das wird dem Leser schon zu Beginn gezeigt. Hier aber gibt es zuerst nur zwei Schwestern, die nach einem Angriff Wölfe jagen, doch nichts deutet daraufhin, dass etwas spannendes passieren wird. Man denkt: viele Kämpfe mit Wölfen, vielleicht stirbt eine Schwester am Ende oder sie besiegen alle Wölfe.

Schreibstil

Brutal, detailgetreu und sehr anschaulich. Jackson Pearce hat sich von dem kindlichen Stil ihres ersten Romans gelöst, dafür wird es nun blutrünstig.

Charaktere

Scarlett ist die vernarbte mit nur einem Auge, Rosie die jüngere Schwester. Sie haben es schwer nach dem Tod ihrer Großmutter, denn ihre Mutter ist fort, ein Junkie und Hure zugleich. Die Schwestern gehen nicht mehr zur Schule, sondern Jagen. Das ist ihre einzige Lebensaufgabe. Immer wieder erwischt sich Scarlett dabei, sich ein normales Leben zu wünschen. Sie sieht den hübschen Mädchen nach, den „Schmetterlingen“ wie sie sie nennt, und verwirft diesen Gedanken sofort wieder, wenn sie sich der Schattenseite des Lebens zuwendet, den Fenris. Sie denkt, dass sich alle anderen etwas vormachen und beschützt werden müssen. Während Scarlett versucht die Verantwortung für die ganze Welt zu übernehmen, verliebt sich Rosie. Auch traut sie sich, nebenbei noch ein normales Leben zu führen, was ihr jedoch immer wieder ein schlechtes Gewissen aufbrummt.

Scarlett ist als Charakter sehr anstrengend. Sie erlaubt sich selber nichts, und versucht Rosie immer und überall zu beschützen. Rosie ist sympathischer, obwohl sie auch vor jedem Spaß davonläuft, um zu jagen. Im Buch kommt trotzdem nicht ganz rüber, wie es sein kann, dass so viele Fenris töten, aber nur drei Leute weit und breit diese Monster bekämpfen.

Titel

Der Titel passt zu hundert Prozent, denn blutig wird es allemal und die roten Mäntel, der Wolf, alles erinnert an Rotkäppchen.

Ein brutales Buch, das zu Anfang nicht besonders fesselt, da der Leser zunächst den Sinn der Handlung erfassen muss. Die eigentliche Handlung beginnt nach etwa einem Viertel des Buches. Trotz schwieriger Charaktere und einer schleppenden Handlung ein doch ganz gelungenes Buch, jedoch eine eher ernüchternde Märchenadaption, wenn man es mit Rotkäppchen vergleicht. Das beste ist mit Abstand die Liebesgeschichte.

Plot: 4/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 3/5
Spannung: 3/5
Titel: 4/5
Cover: 4/5
Ende: 4/5
Preis/Leistung: 3/5

 

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