[Rezension] Scherbenmond von Bettina Belitz

21. Juli 2012 § Ein Kommentar

Originaltitel: Scherbenmond
Autorin: Bettina Belitz
Coverdesign: Maria-Franziska Löhr
Genre: Fantasy
Verlag: Script 5 Verlag
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 686
Reihe: 2. Band einer Trilogie
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Preis: Hardcover: 19,95 €

Klappentext

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen.

Um auf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum …

Leitmotive

Liebe, Umzug, Nachtmahr, Familie, Geschwister, Rettung, Sex

Location

Kaulenfeld, Westerwald und Hamburg sowie Trischen am Meer

Kaufgrund

Splitterherz fand ich wirklich toll, also musste auch der zweite Band zu mir finden. Zwar brauche ich immer recht lange um die Bücher zu lesen, immerhin über 600 Seiten und der dritte Band steht auch schon in den Startlöchern, doch diese Geschichte brauche ich einfach.

Plot

Colin ist immer noch weg, Ellie hockt mit Tilmann in Hamburg in Pauls Wohnung, der einen französischen Liebhaber hat, gleichzeitig befallen wird von Mahren und dank Ellie von der Italienerin Gianna besucht wird. Viel Kultur, wenn man bedenkt, dass Paul sich der Kunst gewidmet hat, aber durchaus geeignet, wenn man intellektuell einigermaßen auf der Höhe ist und etwas mit den genannten Künstlern, Kafka und ähnlichem anfangen kann.

Was mir völlig missfallen ist: der Sensei-Karate-Kampf-Bushido-Mist am Ende. Kurz vor dem Kampf gegen den Mahr will Colin Ellie wahrscheinlich nur helfen, aber so? Es war langweilig, sich das anzuhören, was Colin über seine ach so harte Zeit in China erzählt und dieses Ich-hab-Schmerzen-und-sterbe-gleich-aber-das-ist-Disziplin-und-Gehorsam-Zeugs mochte ich auch nicht. Was soll denn das? Es hat mich einfach nur genervt so etwas kapitellang lesen zu müssen.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – Achtung: Spoiler – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Als sich herausstellt, dass Francois der Mahr ist, wusste ich nicht genau, ob ich es geahnt hatte oder nicht. Francois war seltsam, ja, aber ein Mahr. Wie Ellie schon sagt, er hat sich so menschlich verhalten. So, nun zum Ende: als nach 600 Seiten Vorbereitung und anderem manchmal spannenden, manchmal weniger spannenden Zeugs endlich der Kampf vor der Tür steht. Ellie hat plötzlich Halluzinationen was Colin betrifft und vertraut ihm doch nicht mehr. Dann im Kampf, denkt sie, er würde sie töten wollen und greift ihn an (natürlich ohne große Wirkung), während er Francois angreift. Wozu? Colin soll Francois töten, aber Ellie benimmt sich total seltsam. Paul ist währenddessen doch sehr angeschlagen und stirbt anscheinend. Dann reißt Colin Ellie irgendeine Wunde in den Rücken (???) und sie schwimmt nach hause (?), da warten Gianna, Tilmann und Paul, dem es doch wieder besser geht … Nachdem alles überstanden ist, verschwindet Colin wieder. Das gleiche wie bei Band 1? Colin geht? Ja.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Schreibstil

Spannend und ausgeschmückt, der Schreibstil hat sich vom ersten bis zum zweiten Band nicht stark verändert, was aber nur als positiv gesehen werden kann, denn so sollte es bleiben.

Charaktere

Wie schon beim ersten Band ist Ellie eben Ellie. Ich kann sie mit keinem anderen Charakter, ob Buch oder TV, vergleichen. Mir gefällt ihre Einstellung und sowieso auch ihr Verhalten. Besonders wenn sie Sprüche ablässt oder ihre Meinung sagt, ist es immer sehr passend. Schade aber, dass dieses Buch mit so vielen redseligen und direkten Charakteren ausgestattet ist. Da ist Ellie, es gibt Tilmann und dann kommt Gianna noch dazu, die kunstliebende Journalistin, die es auf Paul abgesehen hat bzw. auf die Ellie es zuerst abgesehen hat.

Irgendwann während des Lesens wurde mir klar, dass ich Colin besonders im zweiten Band nicht viel Beachtung schenke. Ich finde seinen Namen unattraktiv, genauso sein Verhalten und seine Leidenschaft für Pferde und Karate. Mir ist also klar geworden, dass das Einzige, was mich davon abhält das Buch in eine Ecke zu schmeißen Ellie ist (und auch Bettina Besitz‘ Schreibstil). Mit Colin kann ich leider nichts anfangen, obwohl dies eine paranormale Romanze ist und die Liebe nunmal im Vordergrund steht. Was aber nichts an der Spannung mit Gianna, Tilmann und den Mahren ändert.

Cover

Das Cover ist wieder einmal sehr gelungen, finde ich. So etwas schönes sieht man nicht oft in der Buchwelt.

Titel

Der Titel klingt zwar etwas kitschig und ich kann nicht sagen, ob es wirklich gut passt, aber er ist kurz und prägnant.

Bis auf die ewigen Andeutungen auf Edward aus Twilight kann ich dieses Buch genauso wie seinen Vorgänger empfehlen. Schöne Geschichte, Ellie wird nie langweilig und wechselnde Schauplätze vollenden den Roman. Aber für die volle Punktzahl hat es nicht gereicht, denn für so ein … naja … Ende, auf das doch so lange hingearbeitet wurde, kann ich keine 5 Punkte vergeben … Und wer in diesem Buch nach einer Liebe sucht, bei der man mitfiebern kann, der sollte sich auf andere Bücher konzentrieren. Dieses Buch beschäftigt sich eher mit anderen Themen als mit der typischen paranormalen Liebe á la Twilight.

Plot: 4/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 5/5
Spannung: 4/5
Titel: 4/5
Cover: 5/5
Ende: 3/5
Preis/Leistung: 4/5

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