[Rezension] Neva von Sara Grant

9. Juni 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Titel: Neva
Autorin: Sara Grant
Übersetzerin: Kerstin Winter
Verlag: Pan
Genre: Dystopie
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 352
Erscheinungsdatum: März 2011
Preis: Hardcover: 16,99 €

Klappentext

Die 16-jährige Neva hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf: Warum wird ihr Heimatland von einer undurchdringbaren Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet? Warum verschwinden immer wieder Menschen spurlos? Und was ist mit ihrer Großmutter geschehen, die eines Tages nicht mehr nach Hause kam? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sanna beschließt Neva, Antworten zu verlangen und nicht mehr brav alle Gesetze und Regeln zu befolgen. Doch dabei verliebt sie sich nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss – sondern gerät auch in tödliche Gefahr …

Trailer

Leitmotive

Zukunft, Kontrolle, Gesellschaft, Liebe, Widerstand, Kuppel

Location

Unter einer elektrisierten Glaskuppel in Heimatland

Plot

Sara Grant ist eine tolle Autorin. Ihr Schreibstil ist wirklich einmalig und deutlich wiederzukennen. Sie schafft es, den Leser von der ersten Seite an mit Spannung pur zu bombardieren und ihn direkt in die Handlung hineinzuwerfen, ohne lang herumgeraten zu haben, worum es geht.

Neva Elaine Adams und ihre Freunde (bzw. Bekannte / Santas Freunde) schmeißen zu Anfang eine Party, die unter dem Motto der Zuwehrsetzung steht, denn mit 16 sind sie nun offiziell erwachsen und deshalb wollen sie sich wehren und sich mehr Möglichkeiten im Leben schaffen. Auch gibt es ein unglaubliches Identitätsproblem. Denn mit jeder Generation, die unter der Kuppel isoliert entstand, werden sich die Menschen immer ähnlicher. In der Dunkelheit versuchen Neva und die anderen zu sich selbst zu finden, was sich als schwieriger herausstellt, als sie dachten …

Die Frauen in der Familie meiner Mutter tragen seit Generationen denselben zweiten Vornamen. Man könnte meinen, dass sich dadurch das Zugehörigkeitsgefühl steigert. Tatsächlich verstärkt es jedoch mein Gefühl, recycelt worden zu sein.

Etwa ab der Hälfte des Romans fängt die eigentliche Story samt Lüften der Geheimnisse etc. erst so richtig an. Neva arbeitet bei ihrem Vater bei der Regierung, wieder verschwinden Menschen und Neva findet heraus, dass es vielleicht sogar mehr da draußen als nur Heimatland gibt und sie sich gar nicht vor etwas Schlimmen abgeschottet haben. Generell hat Neva mehrere Hauptprobleme: Braydon und ihre Gefühle zu ihm, Sanna, die von Neva betrügt wird, ihr Vater und die Regierung und am Ende noch ein Baby. (Nein, sie wird nicht schwanger.)

Vor allem die Welt auf der anderen Seite der Protektosphäre erhofft sich Neva ein schöneres Leben, doch als sich ihr die Chance zur Flucht zu bieten scheint, weiß sie nicht mehr, wem sie vertrauen kann. Ist ihre Großmama wirklich auf der anderen Seite?

Nach der Spannung im mittleren Teil des Buches, folgt der Teil im Frauen-Motivations-Zentrum, das eine Art Viehzuchtbetrieb für Menschen zu sein scheint. Was die ganze Sache zum Ende hin ein wenig gruselig macht. (! Spoiler: in diesem Zentrum wurden die Mädchen anscheinend geschwängert und dann für 9 Monate bewusstlos in ein Bett gelegt und an Schläuche angeschlossen, um die Bevölkerung zu erhalten … Als dann auch noch Nicolen von einem brennenden Baum begraben wird, ist die Geschichte endgültig traurig. Viel ernster als zu Beginn).

 »Dein Name – Neva. Das heißt doch Schnee, oder? Und so sehe ich dich. So zart und einzigartig wie eine Schneeflocke.«

Charaktere

Neva lebt zusammen mit ihren Eltern in Heimatland. Ihr Freund heißt Ethan, doch unbeabsichtigt fängt sie ein Verhältnis mit Braydon, dem Freund ihrer besten Freundin Sanna an. Bei Ethan war ich mir am Ende nicht mehr sicher, ob er Neva so sehr liebt, dass er sie nicht gehen lassen kann, oder ob er einfach ein wenig gestört und besessen ist. Beeindruckt haben mir Neves Eltern. Ihr Vater, weil er überall seine Stellung ausnutzt, um Neva zu helfen, und ihre Mutter, weil sie viel mehr in der Angelegenheit tut als es den Anschein hat.

Schreibstil

Sara Grants Schreibstil ist angenehm zu lesen, nicht zu abgedroschen, nicht zu träumerisch, trotzdem hat er etwas eigenes, auch aufgrund der vielen Eigenheiten des Sprachgebrauchs. Sara Grant schreibt einfach das, was Neva beschäftigt, ohne viel drum herum zu reden, sodass man als Leser auch noch interpretieren muss.

Erzählperspektive

Erzählt wird aus Sicht Nevas.

Titel

Neva als Titel: sehr gut. Dark Parties als Titel: Mittelmäßig, denn es klingt zwar wirklich super, aber diese Dunkelparties finden nicht wirklich oft statt … wieso also das Buch danach benennen?

Cover

Diesmal ist das deutsche Cover viel schöner gestaltet als das englische Original. Das Mädchen, die Schneeflocke, alles ist perfekt abgestimmt, wirklich schön. Bei Dark Parties muss ich an irgendwelche Nachtclubs denken, in denen düster gefeiert wird. Es gibt noch ein weiteres Cover, das aber stark an Lauren Kate erinnert mit dem Mädchen auf dem Cover, das einem den Rücken zugewandt hat. Allerdings ist es eine Computeranimation, was dann schon ziemlich lächerlich aussieht.

Zwar ist Neva nicht ganz so spannend wie andere Dystopien und geht daher ein wenig unter, doch lohnt es sich in die Welt dieses Mädchens einzutauchen. Was mir besonders gefallen hat, ist die Einzigartigkeit dieses Romans. Weder die Story, noch die Protagonistin, noch der Schreibstil hat mich an irgendeinen anderen Roman erinnert. Auch wenn es einem nach Lesen des Klappentextes so vorkommen könnte.

Aber das Ende: was ist das denn für ein Ende??? Damit kann ich nichts anfangen. Was ist denn da nun außerhalb der Protektosphäre? Wo ist Neves Großmutter? Anscheinend gibt es nämlich keine Fortsetzung … Hier die letzten zwei (enttäuschenden) Zeilen:

»Großmama?«

Die Hoffnung verleiht meinem Herzen Flügel.

Plot: 4/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 4/5
Spannung: 4/5
Titel: 5/5
Cover: 5/5
Ende: 3/5
Preis/Leistung: 4/5
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