[Rezension] Wintergirls von Laurie Halse Anderson

17. Mai 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Titel: Wintergirls
Autorin: Laurie Halse Anderson
Verlag: Speak
Genre: Roman
Sprache: Englisch
Seitenzahl: 288
Erscheinungsdatum: Februar 2010
Preis: Taschenbuch: 7,90 €

Klappentext

“Dead girl walking,” the boys say in the halls.
“Tell us your secret,” the girls whisper, one toilet to another.
I am that girl.
I am the space between my thighs, daylight shining through.
I am the bones they want, wired on a porcelain frame.

Lia and Cassie are best friends, wintergirls frozen in matchstick bodies, competitors in a deadly contest to see who can be the skinniest. But what comes after size zero and size double-zero? When Cassie succumbs to the demons within, Lia feels she is being haunted by her friend’s restless spirit.

Trailer

Leitmotive

Anorexie, Magersucht, Freundschaft, Krankheit, Tod

Kaufgrund

Ich hatte dieses Buch auf meiner Wunschliste, da war es gerade auf Englisch erschienen. Ich fand die Geschichte wirklich interessant, vor allem weil das ein wichtiges Thema ist. Und als ich es kaufte, war schon eine Ewigkeit vergangen. Bis ich es endlich las, dauerte es wieder eine ganze Weile.

Plot

. . . body found in a motel room, alone . . .

Die besten Freundinnen Lia und Cassie wollen beide die dünnsten sein, doch dann ist Cassie tot. Wie typisch für Magersuchtsthemen zählt Lia Kalorien, während sie isst, wenn sie denn überhaupt isst. Sie kennt die Kalorienanzahl von allen Lebensmitteln und rechnet die Anzahl bei jeder Mahlzeit aus. Ihr Umfeld merkt davon nichts, denn wie alle Anorexie-Kranken hat Lia da so ihre Macken und Tricks, um bloß nicht krankhaft aufzufallen. Sie hungert sich fast zu Tode, genau wie Cassie. Auch will ihre Stiefmutter Jennifer es nicht wahrhaben, dass Lia auf dem Weg ist, so zu enden wie Cassie, denn sie denkt, Lia wäre stärker als Cassie.

Bevor Cassie in dem Motelzimmer starb, rief sie Lia unzählige Male an, doch sie hob nicht ab, auch wenn herausklang, dass es Cassie nicht gut ging, sie sich entschuldigen wollte und Hilfe braucht. Lia scheint völlig auf sich selbst bezogen. Sie nimmt gar nicht wirklich wahr, dass Cassie an ihrem Schwur gestorben ist und nie wieder kommen wird. Lia fragt sich, ob es weh getan hat, ob sie etwas gespürt hat usw. Der Satz ganz oben (. . . body found in a motel room, alone . . .) wird immer wieder wiederholt in diesem Roman. Immer wenn Lia an Cassie denkt oder sie an ihre gemeinsame Vergangenheit denkt.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – Achtung: Spoiler – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Schließlich besucht Lia das Motelzimmer, in dem Cassie gestorben ist. Dort trifft sie Elijah, der den Notruf gewählt hat.

I wrap my arms around myself. “Was she upset when she checked in?”

He shakes his head. “Didn’t see her until it was too late. I live in 115. When I came back after the poker game, I found the door open and the lights on. I found her.”

Doch Lia sagt, sie hieße Emma. Später dann fragt Elijah nach jemandem namens Lia, doch Lia selbst gibt an, sie kenne niemanden, der so heißt. Aber später in Anwesenheit Lias Mutter findet er es doch heraus.

Am Ende versucht Lia, sich umzubringen. Sie nimmt ein Messer und schlitzt sich auf … Sie überlebt, ihr Vater holt sie ab, doch bringt er sie zu ihrer Mutter, damit sie wieder stabiler wird, denn er und Jennifer sind zu nachlässig. Jennifer hat ebenfalls Angst um Emma. Lia soll sie nicht auch noch „zerstören“, sie musste mit ansehen, wie Lia sich mit dem Messer zurichtete.

Lia schafft es, sich auch ein Motelzimmer zu suchen, Tabletten zu schlucken, denn sie will sterben. Sie wünscht sich das Messer zurück, denn dann würde sie dieses tief genug in ihren Körper rammen. Aber Lia fängt sich wieder, sie realisiert, dass sie sich so nur schadet …

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Erzählperspektive

Erzählt wird aus Sicht Lias in der Ich-Form. Dadurch sieht man ihre Welt aus ihren eigenen Augen und kann das, was sie tut, sehr gut nachvollziehen. Auch ihre Gedanken kommen viel besser rüber.

Charaktere

Lia Overbrook

Because I can’t let myself want them because I don’t need a muffin (410), I don’t want an orange (75) or toast (87), and waffles (180) make me gag.

Lia ist 18 Jahre alt und lebt bei ihrem Vater David, einem Gesichtsprofessor, ihrer Stiefmutter Jennifer und ihrer Stiefschwester Emma; ihre Eltern leben also getrennt. Außerdem geht Lia regelmäßig zu Dr. Nancy Parker, einer Therapeutin. Ihre Stiefmutter ist sehr nett zu ihr, auch wenn Lia nicht ihre eigene Tochter ist. Doch auch Lias echte Mutter Chloe Marrigan kümmert sich um sie, aber man hat das Gefühl, mit ihr kommt Lia nicht so gut klar. Auch mit Emma kommt sie gut klar, die beiden sind wie richtige Schwestern. Natürlich ist Emma viel jünger, nämlich 9 Jahre alt, also ist es keine ebenbürtige Freundschaft oder dergleichen. Und im Gegensatz zu Lia ist Emma eher dick bzw. moppelig.

Lia ist trotz allem ein symphatischer Charakter. Man versteht sie, denn sie ist ab und zu witzig, aber trauert nicht die ganze Zeit. Trotzdem ist sie sehr krampfhaft in dem , was sie vermeidet: Essen. Sie will maximal 500 kcal pro Tag zu sich nehmen, am besten natürlich noch weniger … Am Ende hat sie das Ziel weniger als 35 Kilogramm zu wiegen, was dann schon extrem gefährlich ist. Doch sie hört einfach nicht auf.

Was ich kritisieren muss, ist, dass gar nicht gesagt wird, wie groß Lia ist. Je nach dem wie groß sie ist, sind 45 Kilogramm wenig bzw viel. Desweiteren hört Lia Stimmen, die ihr Schuldgefühle einreden. Sie selbst sagt sich aber, es wäre nicht ihre Schuld.

Wie oben erwähnt, mogelt sich Lia durch jede Kontrolle durch. Sie tut so, als wäre alles in Ordnung, dabei steht sie nah am Abgrund. Jennifer lässt sich aber auch leicht belügen, und Lias Dad ist sehr beschäftigt und kriegt das kaum mit. Auch er glaubt, Lia sei stärker. Außerdem setzt sich Lia immer Ziele, die sie verfolgt, erreicht und dann setzt sie sich neue Ziele. Und das geht immer so weiter.

107.00 fake pounds. – I open my eyes. 099.00 pounds. I am officially standing on Goal Number One.

Cassie Parrish

Die 19-jährige Cassandra Jane Parrish ist an Anorexie gestorben. Lia und sie waren die besten Freundinnen. Man erfährt als Leser nach und nach etwas über sie. Sie hat sich mit ihren Eltern Cindy und Jerry gestritten. Denn das College sollte erst bezahlt werden, wenn Cassie gesund ist.

“Everything?” She takes a breath and shifts into attending-physician mode. “Cassie had liver damage, her salivary glands were a wreck, and her stomach was dis-tended.” Mom holds up a loose fist. “A healthy stomach is this big. It can stretch to hold about a quart. Cassie’s could hold three. Plus her stomach walls had thinned and were showing early signs of necrosis.”

“Ripped open. Boerhaave’s syndrome, usually seen in alcoholics who regularly upchuck after drinking too much. Vomiting forcefully enough can tear the esophagus.” Mom looks down at her hands. “She was purging into the motel toilet when the rupture occurred. She was also, like I said, very, very drunk. She went into shock and died in the bathroom.”

Cover

Das englische Cover ist wirklich schön, erinnert mich ein wenig an Beautiful Malice. Eine andere Coverversion ist hier rechts abgebildet. Auch sehr schön, aber der Klappentext ist quasi das Cover, was auch wirkt wie ein Scrapbook. Das dritte ist das deutsche, hier links.

Das deutsche Cover gefällt mir von weitem ganz gut, aber es ist so verschwommen und der Schmetterling sieht auch nicht wirklich schön aus auf diesem Cover. (Was auffällt: Im Moment haben viele Cover Schmetterlinge abgebildet. Ein wenig nervig und schade, denn letztens in einer Buchhandlung lagen gleich vier auf einem Tisch zusammen, von verschiedenen Autoren und verschiedenen Verlagen.)

Laurie Halse Anderson beschreibt nicht nur mitfühlend die Magersucht zweier Mädchen, sie belebt ihre Geschichte mit einer realistische Nebenhandlung, einer lieben, aber naiven Familie, einer gefährlichen Krankheit. Das Buch ist schnell durch zu lesen, aber manchmal aufgrund des Themas nicht ganz einfach.

Plot: 5/5
Charaktere: 5/5
Schreibstil: 4/5
Spannung: 4/5
Titel: 5/5
Cover: 4/5
Ende: 5/5
Preis/Leistung: 5/5
Advertisements

Tagged:, ,

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan [Rezension] Wintergirls von Laurie Halse Anderson auf Literaturressort.

Meta

%d Bloggern gefällt das: