[Rezension] Gemmas Visionen. Der geheime Zirkel von Libba Bray

7. Juli 2011 § 5 Kommentare

Originaltitel: A Great and Terrible Beauty
Titel: Gemmas Visionen. Der geheime Zirkel
Autorin: Libba Bray
Sprecherin: Julia Nachtmann
Verlag:  JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH
Dauer: 5 Std. 5 Min. (gekürzte Fassung)
Preis: 10,95 € 
Download:Audible.de

>> Hörprobe <<

Klappentext

England im 19. Jahrhundert: Die 16-jährige Gemma wird auf der „Spence-Akademie“ zur heiratsfähigen jungen Dame erzogen. Um dem strengen Schulalltag zu entkommen, gründet sie mit ihren Freundinnen einen geheimen Zirkel. Als die Mädchen das Tagebuch einer ehemaligen Schülerin finden und darin lesen, wird Gemma von unerklärlichen Visionen heimgesucht. Und die scheinen mit dem ausgebrannten Ostflügel des Internats zusammenzuhängen…


Trailer

Leitmotive

Visionen, Hostorik, Suizid, Familie, Freundschaft, Heirat, Schule, Internat, Tagebuch, Geister

Location

Indien, London (England)

Zeitspanne

(ab dem 21. Juni) 1895

Erster Satz

Der staubige Basar summt von den Stimmen der Männer mit ihren Turbanen.

Plot

Es ist der 21. Juni 1895, Gemmas 16. Geburtstag. Doch Gemma ist mit ihrer Mutter in Indien und ist auch noch unglücklich. Sie streiten sich und Gemma läuft davon. Es passieren seltsame Dinge und plötzlich begeht Gemmas Mutter Suizid. Gemma wird nach ihrem Wunsch in ein Londoner Internat für angehende Gouvernanten geschickt und findet dort Freundinnen und ein geheimnissvollen Tagebuch …

Schon direkt am Anfang war ich schockiert, als Gemmas Mutter sich umgebracht hat. Noch schlimmer war, dass Gemma sich vorher mit ihr gestritten hat und weggelaufen ist; sie muss ihrer Mutter beim Sterben zusehen. Auch als Gemma ihren Wunsch erfüllt gekommt, in London ein Internat besuchen zu können, hebt das nicht ihre Laune. Die Mädchenclique um Felicity macht der Neuankömmling das Leben schwer. Sie muss sich beweisen, doch findet sie schließlich etwas, das sie miteinander verbindet. Neben den Zickenkriegen kommt auch die Liebe nicht zu kurz, denn Gemma begegnet Kartik, einem jungen Mann, der zunächst Distanz wahrt. Er ist Gemma aus Indien gefolgt und rät ihr davon ab, sich ihren Visionen hinzugeben.

Nach einer kurzen Phase des Einlebens in das Internatsleben gründet Gemma mit zwei anderen Mädchen einen geheimen Zirkel. Sie lesen sich dort ein Tagebuch eines Mädchens durch, das vor Jahren an demselben Internat war wie sie. Doch wie sollte es anders sein, ist mit dem Mädchen etwas mysteriöses geschehen …

Noch nie habe ich einen historischen Roman gelesen, in diesem Fall gehört, der zugleich spannend, „lehrreich“ und vollständig ist. Es gibt zahlreiche Informationen über das damalige Leben und sogar über die Handlungsorte. Auch hat man als Zuhörer keine einzige Sekunde lang das Gefühl, dass etwas fehlt. Freundschaft, Liebe, Mystery, Fantasy, Historik, etc. – so viele Bereiche werden in einer einzigen Geschichte behandelt. Doch zum Schluss kommt eine kleine Lücke auf; es entsteht Vorfreude auf den zweiten Teil.

Charaktere

Gemma Doyle ist eine ideale Protagonistin, da sich eine große Bandbreite an jugendlichen Mädchen mit ihr identifizieren können, auch wenn sie in einer anderen, früheren Zeit lebt. Die Mädchen aus dem Internat sind alle so unterschiedlich, dass man sie als Zuhörer ganz gut auseinanderhalten kann. Jede hat ihre eigenen Charaktereigenschaften, die im Laufe der Handlung deutlich voneinander abweichen. Eines der Mädchen allerdings stottert, was überhaupt nicht schlimm ist, doch stört es im Hörbuch ein wenig. Als gedruckte Buchversion würde dies nicht auffallen, doch die Sprecherin hat das stottern natürlich übernommen, um die Authentizität zu wahren. Leider ist das aus meiner Sicht missglückt.

Erzählperspektive

Erzählt wird aus Sicht Gemmas in der Ich-Perspektive. Besonders bei diesem Hörbuch war dies sehr passend, da sich der Zuhörer so in Gemma hineindenken kann. Andernfalls wäre dies nicht machbar gewesen, da die Gedankenstränge sehr komplex und emotionsreich sind.

Cover

Zwar ist das deutsche Cover nicht so schön gestaltet wie das Originalcover, doch passen die Farben und der leicht verschwommene Hintergrund ganz gut. Allerdings ist die Platzierung der Gemma-Darstellerin etwas verunglückt, da ihr Kopf sowie ihr Hals völlig schief sind, was ihre Züge weniger schmeichelhaftaussehen lässt.

Unter dem Text abgebildet sind die englischen Originalcover der drei Bände der Gemma-Doyle-Trilogie. Die darauf abgebildeten Mädchen wirken viel realistischer als die Blondine mit dem rundlichen Gesicht auf den deutschen Coverversionen.

Sprecherin

Julia Nachtmanns Stimme ist angenehm anzuhören. Sie hat keinerlei Sprachfehler und spricht in angemessenem Tempo. Sie hat schon Hörbücher wie Engelsnacht, Ich knall euch ab, Lucian, Rain Song, Schneewittchen muss sterben und Wer Wind sät gelesen und hat auch die beiden folgenden Bände der Gemma-Doyle-Trilogie synchronisiert. Was allerdings furchtbargestört hat, war die Aussprache des Namen der Protagonistin. Das „G“ aus Gemma hat Julia Nachtmann hart und deutsch und nicht englisch ausgesprochen. Den Nachnamen Doyle jedoch hat sie wieder englisch ausgesprochen.

Gemmas Visionen. Der geheime Zirkel ist eines der historischen Hörbücher, die weder langweilig noch zu geschichtlich sind. Man kann sich schnell in die Zeit einfühlen und versteht die Lebenssituation von Gemma und den anderen Mädchen. Spannung entsteht natürlich auch dank der Fantasyelemente, die Libba Bray authentisch eingesetzt hat, sodass sie nicht völlig abgehoben wirken, sondern gut vorstellbar. Die Länge des Hörbuches ist perfekt, denn es ist nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz. Das ist die beste historische Geschichte, die ich bisher kennengelernt habe.

Plot: 5/5
Charaktere: 4/5
Sprecherin: 5/5
Spannung: 5/5
Titel: 5/5
Cover: 4/5
Ende: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

[2] Der geheime Zirkel. Circes Rückkehr

Bald sind Ferien! Gemma freut sich auf den Urlaub von der „Spence-Akademie für junge Damen“ und auf aufregende Bälle im noch aufregenderen London. Und tatsächlich scheint sich der attraktive, junge Lord Denby für sie zu interessieren. Doch trotz all der Ablenkungen der großen Stadt gerät Gemma immer wieder in den Strudel unheilvoller Visionen. Circes böse Magie droht den geheimen Garten zu zerstören. Der geheimnisvolle Kartik überzeugt sie, in die verzauberte Welt zurückkehren, um die Magie zu binden. Doch Kartik hat noch andere Pläne…

[3] Der geheime Zirkel. Kartikas Schicksal

Auch nach dem Sieg über Circe wird Gemma weiterhin von Visionen geplagt, die sie in die Winterwelt rufen. Trotz ihrer Angst vor diesem Ort bricht Gemma mit Felicity und Ann dorthin auf. Die Mädchen treffen auf Eugenia Spence und gelangen mit ihrer Hilfe in den Besitz eines geheimnisvollen Dolchs. Dieser soll Gemma helfen, die an sie gebundenen Kräfte dem Magischen Reich zurückzugeben. Doch Eugenia steht mit den Geistern der Winterwelt im Bund. Und jetzt haben die dunklen Mächte alle Mittel, um in die reale Welt vorzustoßen. Gemma bleibt nur eine Chance: sich gemeinsam mit den Rakschana und Kartik den dunklen Geistern entgegenzustellen. Das gleichnamige Buch erscheint im Deutschen Taschenbuchverlag.

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§ 5 Antworten auf [Rezension] Gemmas Visionen. Der geheime Zirkel von Libba Bray

  • Buchnixe sagt:

    Ich hab ja gedacht, dass die Fantasy-Elemente nicht noch mehr die Handlung voranbringen als der historische Teil, aber beides wird ja ziemlich gut kombiniert.
    Bei der Aussprache bin ich ganz deiner Meinung. ;)

  • Libby sagt:

    Ja, Fantasy und der historische Aspekt sind ganz gut miteinander verflochten. Das hat mich positiv überrascht!

  • Charlousie sagt:

    Huhu! Ich LIEBE diese Reihe. Habe den letzten Band signiert, hab die autorin auf der Buchmesse getroffen, das war riesig!
    Ich finde die deutschen Cover sogar besser oder mind. genauso gut, wie die englischen! Naja, wie das Hörbuch so ist, kann ich schlecht beurteilen, aber ich finde es schön, dass du überhaupt die Geschichte magst! Liebe, liebe Grüße,
    Charlousie :)

  • Charlousie sagt:

    PS: Den Trailer kannte ich noch nicht und finde den total schön! Danke dafür!

  • Libby sagt:

    @Charlousie
    Ich finde es bei den Covern nur schade, dass das Gesicht von Gemma einfach mit anderen Hintergründen kombiniert wurde.
    Die Handlung ist einfach toll. Viel besser im Vergleich zu anderen historischen Fantasygeschichten. :)

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