[Rezension] Die Welle von Morton Rhue

18. Juni 2011 § 4 Kommentare

Originaltitel: The Wave
Titel: Die Welle. Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging
Autor: Morton Rhue alias Todd Strasser
 
Übersetzer: Hans-Georg Noack
Verlag: Ravensburger
 Genre: Jugendroman
 Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 186
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2011
Preis: Taschenbuch: 6,95 €

>> Leseprobe <<

Klappentext

Ein junger Lehrer entschließt sich zu einem ungewöhnlichen Experiment: Er möchte seinen Schülern beweisen, dass Anfälligkeit für faschistoides Handeln und Denken immer und überall vorhanden ist. Doch die Welle, die er auslöst, droht ihn und sein Vorhaben zu überrollen. Das Experiment gerät außer Kontrolle. Nach einer wahren Begebenheit an einer amerikanischen High School.

Leitmotive

Experiment, Schule, Diktatur, Faschismus, Hitler

Location

Palo Alto (California)

Zeitrahmen

1969

Kontext

Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit, die von dem Geschichtslehrer Ron Jones unter dem Titel „The Third Wave“ veröffentlicht hat. Das Experiment ereignete sich an der Cubberley High School in Palo Alto, California.

Plot

Ben Ross, Geschichtslehrer der Gordon High, startet mit seiner Klasse ein Experiment. Er nennt es „Die Welle“ und bringt seinen Schülern Dizsiplin und Gehorsam bei. Doch er übertreibt es. Mit gelben Mitgliedskarten, Wächtern, Bodyguards, Handlangern, einem Symbol, einem Gruß und einem Leitspruch gerät das Experiment außer Kontrolle. Erst als es fast zu spät ist, stoppt er die Bewegung.

Die Handlung baut sich schleichend auf. Es wird viel über Football und die Schülerzeitung geplaudert. Zwei Faktoren, die auch eine Rolle spielen, jedoch weniger im Vordergrund stehen sollten. Dazu kommt, dass es eigentlich nie hätte zu der Welle kommen müssen. Kurz gesagt: es ist alles Ben Ross‘ Schuld. Auch wenn seine Schüler nicht hätten ausrasten und mitziehen müssen. Sie haben übertrieben und es bleibt am Ende unklar, ob sie es wirklich verstanden haben. Im Nachhinein ist eigentlich kaum etwas passiert in diesem Roman. Nicht-Mitglieder werden kurz angegriffen und Laurie gibt eine Sonderausgabe der Schülerzeitung heraus, um gegen die Welle zu wirken, aber ansonsten: Luft.

Maßlos enttäuscht war ich vom Ende des Buches. Ben hält seine Rede vor den Schülern, zeigt ein Bild von Hitler, ihrem potentiellen Führer und löst mit einem Nachwort die Welle auf. Robert weint ein wenig und das war es. Im Film dagegen kommt es zum Showdown mit Toten und einer Schießerei. Ben wird darauf festgenommen, was ihm bei seinem seltsamen Versuch, den Schülern etwas beizubringen, auch Recht geschieht. Das alles hat mir im Film gefehlt. Null Spannung am Ende.

Charaktere

Hauptakteure sind Laurie Saunders, Chefredakteurin der Schülerzeitung und Ben Ross. Abwechselnd begleitet der Erzähler die beiden, sodass der Leser mehr und mehr über sie und ihre Freunde erfährt. Laurie ist einerseits hübsch und beliebt, aber sie wirkt eher wie eine typische Außenseiterin. Vielleicht weil sie sich gegen die Mehrheit lehnt und somit auch gegen die Welle, aber sie ist klug und will konzentriert arbeiten. So definiere ich keine beliebte Schülerin. Das einzige, was passt, ist ihr blondes Haar. Lauries Freund David und ihre beste Freundin Amy, mit der sie in ständigem Beliebtheitskampf steht, lassen sich von der Welle mitreißen, wie schon so viele andere Schüler. Doch besonders Robert, der Klassenlooser, hängt an der Welle. Durch sie ist er Teil der Gemeinschaft geworden. Wie soll er sich von ihr trennen können.

Schreibstil

Der Schreibstil ist ein wenig subjektiv, aber auch an manchen Passagen voller Emotionen. Allerdings wurde alles in „so weiter Entfernung“ geschildert. Ich habe mich als Leser gefühlt, als stände ich weit weg von den Charakteren und wäre ein ferner Beobachter, was auch an der Erzählperspektive zu legen scheint.

Erzählperspektive

Erzählt wird aus Sicht eines außenstehenden Erzählers in der Er/Sie-Form.

Cover

Weder das englische Originalcover noch das deutsche sagen mir zu.

Die Welle. Ein nettes Buch für Zwischendurch, aber mehr auch nicht. Da lohnt es sich eher den Film zu sehen, da es dort wenigstens am Ende heiß her geht. Doch die Lehre, die aus diesem auf wahren Begebenheiten basierenden Experiment hervorgeht, ist unbezahlbar. „Sowas passiert nie wieder“ sollte niemand behaupten …

Plot: 3/5
Charaktere: 3/5
Schreibstil: 3/5
Spannung: 4/5
Titel: 4/5
Cover: 3/5
Ende: 3/5
Preis/Leistung: 3/5


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