[Rezension] Thirteen Reasons Why von Jay Asher

16. Juni 2011 § 3 Kommentare

Originaltitel: Thirteen Reasons Why
Dt. Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Sprache: Englisch
Seitenzahl: 336
Erscheinungsdatum: Juni 2011 (Paperback)

>> Leseprobe <<

Klappentext

Clay Jensen returns home from school to find a strange package with his name on it lying on his porch. Inside he discovers several cassette tapes recorded by Hannah Baker – his classmate and crush – who committed suicide two weeks earlier. Hannah’s voice tells him that there are thirteen reasons why she decided to end her life. Clay is one of them. If he listens, he’ll find out why. Clay spends the night crisscrossing his town with Hannah as his guide. He becomes a firsthand witness to Hannah’s pain, and learns the truth about himself-a truth he never wanted to face.

Hannah’s Tapes

Leitmotive

Suizid, Selbstmord, Schuld, Schule, Feindschaft, Freundschaft

Plot

Clay ist überrascht, als er ein Paket mit 13 Kassetten darin erhält. Doch es haut ihn vom Stuhl, als er darauf Hannahs Stimme hört. Die Hannah Baker, welche Clay nur flüchtig kannte und die sich mit einer handvoll Tabletten ums Leben gebracht hat. Sie sagt, er sei ein Grund dafür. So wie alle anderen, die diese Kassetten zugeschickt bekommen haben. Doch sie waren gezwungen, sie an den nächsten zu schicken. So lauten die Regeln. Hört sie euch an und schickt sie weiter. Aber was hat Clay mit ihrem Selbstmord zu tun? An welcher Stelle ist er dran? Wer ist der letzte, der laut Hannah mit dem Kassetten zur Hölle fahren darf?

Da ich schon viele positive Feedbacks zu diesem Jugendthriller gelesen habe, wundert es mich nicht, dass er tatsächlich sehr gut ist, jedenfalls annähernd. Spannung baut sich natürlich von Anfang an auf, weil direkt ein Dutzend Fragen auftauchen, die der Leser beantwortet haben möchte. Die Pause-, Play- und Stoppsymbole, die in der deutschen Ausgabe nach jedem Textabschnitt erscheinen haben mir gefehlt. So weiß der Leser genau, wann Clay die Kassetten hört und wann nicht.

Zwar waren die Geheimnisse, die Hannah gelüftet hat nicht besonders interessant und ihre Probleme, die sich alle nur um ein Thema, nämlich begrapschen und Jungs, drehten, dafür aber waren viele andere Überraschungen dabei. Zum Beispiel, wer den zweiten Satz Kassetten besitzt …

– – – – – – – – – – – – – – – – – – Achtung: Spoiler – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Was Hannah auf den Kassetten erzählt, fand ich ein wenig simpel. Es ging immer um dasselbe Thema, nämlich ihren Körper bzw. ihren Arsch, dass ein Spanner sie beobachtete, sie angeblich Spielzeug in ihrer Kommode hatte und sie begrapscht wurde. Nach einer Weile habe ich mich gefragt, ob sie denn keine anderen Sorgen hätte, ob sie sich deshalb umgebracht hat.

Aber andererseits hat Hannah, als sie und Clay in dem Kino gearbeitet haben, Clays Fürsorge abgelehnt, als sie mit einem Jungen geredet hat, der gerade erst ein Mädchen während eines Films belästigt hat, und diese dann weinend rausgerannt ist.

Schließlich sagte sie den Satz, der mir die ganze Nacht durch den Kopf ging: »Du brauchst nicht auf mich aufzupassen, Clay!«
Aber genau das habe ich versucht, Hannah. Ich wollte es so sehr. Ich hätte dir helfen können. Doch als ich dir meine Hilfe anbot, hast du sie abgelehnt.

Ich verstehe Hannah nicht. Was will sie denn nun? Hilfe oder Gleichgültigkeit? Dazu kommen die „Geheimnisse“, die gelüftet werden. Sie waren doch eher unspektakulär.

Auch die Sache mit dem Gedicht von Hannah, dass ein Mitschüler namens Ryan veröffentlicht hat, fand ich nicht besonders schlimm. Was ist schon dabei, wenn es im Unterricht behandelt wurde und von ihren Mitschülern ausgecshnitten wurde?

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Charaktere

Ehrlich gesagt habe ich Hannah Baker als symphatischer und interessanter empfunden als Clay Jensen. Ich wollte eigentlich gar nicht wissen, was genau er tut, während er den Kassetten lauscht. Nach etwa der Hälfte allerdings war mir Clay symphatischer und Hannah ein wenig eigenartig. Doch auch die Nebenfiguren sind gut beschrieben und lebhaft, obwohl viele von ihnen nur in Hannahs und teilweise auch Clays Erinnerungen vorkommen und sie gar nicht aktiv in die Handlung eingebaut sind.

Erzählperspektive

Erzählt wird die Handlung im Präsens aus Sicht Clays, die Kassetten allerdings werden natürlich aus Sicht Hannahs berichtet.

Schreibstil

Jay Asher verfolgt eine angenehme Schreibweise – leicht zu lesen und abwechslungsreich.

Cover

Eigentlich finde ich es eine Schande, die Charaktere auf dem Buchcover abzubilden, weil das die Möglichkeiten, sie sich selbst vorzustellen, behindert. Auch hat die Schaukel keinerlei Bezug zum Inhalt.

Jay Asher hat sich mit Thirteen Reasons Why einen ganz besonderen Jugendthriller ausgedacht. Die Idee mit den Kassetten, die den Selbstmord Hannahs erklären sollen, ist gut gelungen. Auch an den Charakteren gibt es bis auf wenige Kleinigkeiten nichts auszusetzen. Allerdings zieht sich die Thematik der sexuellen Belästigung wie ein roter Faden durch die Handlung. Ich hätte mir ein wenig Abwechslung gewünscht. Dass Hannah begrapscht wurde und anstößige Gerüchte verbreitet wurden, war schon nach ein paar Kassetten mehr als deutlich und hat mich gelangweilt.

Plot: 3/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 3/5
Spannung: 4/5
Titel: 3/5
Cover: 3/5
Ende: 4/5
Preis/Leistung: 3/5
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§ 3 Antworten auf [Rezension] Thirteen Reasons Why von Jay Asher

  • Charlousie sagt:

    Eine schöne Rezension. Mich hätten die fehlenden Pause/Play/Stopp Symbole auch gestört. Ich fand das Buch damals sehr spannend, aber die Motive habe ich nie so recht nachvollziehen können. Beispielsweise als sie dann mit diesem Typen im Pool oder so schlief. Sie hätteja nicht gemusst und denoch tat sie es…. Komisch, ist inzwischen aber auch einfach eine Weie her…

  • Libby sagt:

    Ja, Hannahs Motive waren mir auch die ganze Zeit über ein Rätsel.
    In der deutschen Übersetzung fand ich die Symbole so passend, weil man so die Sprechparts besser nachvollziehen kann. So aber nicht. :(
    Hm, das mit der Spannung war so eine Sache… am Anfang wollte ich wissen, warum sie sich umgebracht hat, aber dann kam sie mir ein wenig gestört vor, weil sie sich an kleinen Dingen so gestört hat und sich einfach nicht gewehrt hat. Sie wollte ja auch keine Hilfe!?!?!

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