[Rezension] Arkadien erwacht von Kai Meyer

12. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Originaltitel: Arkadien erwacht
Autor: Kai Meyer
Sprecher: Andreas Fröhlich
Verlag: HörbuchHamburg Verlag
Dauer: 08 Std. 30 Min. (gekürzt) 
Reihe: 1. Band einer Trilogie
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 16,95 €

>> Hörprobe <<

Klappentext

Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa, als wäre sie in einen alten Film geraten – der Chauffeur, der ihre zufällige Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist …

Trailer

Leitmotive

Mafia, Familie, Clan, Tiere, Mythen, Legenden, Liebe

Location

Rom, Sizilien (Italien)

Erster Satz

»Eines Tages«, sagte sie, »fange ich Träume ein wie Schmetterlinge.«

Plot

Rosa Alcantara ist auf dem Weg nach Sizilien. Nach einem nervenaufreibenden Flug, muss sie auch noch fünf Stunden auf den Anschlussflug warten. Im Flugzeug dann lernt sie Allessandro kennen und entledigt ihn seines Passes. Nach dem sie von ihrer Schwester abgeholt wurde und einen Teil ihrer Familie wiedergesehen hatte, trifft sie Alessandro auf einer Beerdigung eines Clanoberhauptes wieder. Doch sie gehören zu verfeindeten Clans …

– – – – – – – – – – – – – – – – – – Achtung: Spoiler – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Nachdem Lilia Tano, den Cousin Alessandros, aus Angst erschießt, wird diese von dem Onkel, Cesare,  als Löwe ermordet. Danach beginnt die Jagd, denn die Carnevares deuten diese Aktion als Verrat und Angriff. Auch eine 15-Jährige, die von Alessandro versteckt wurde, wird verfolgt. Für Rosa und Alessandro beginnt ein Versteckspiel. Das Tribunal soll über die Schuld der Alcantaras entscheiden. Bis dahin sind sie noch auf freiem Fuß. Dann exsistiert auch noch Tabula. Zwar weiß niemand genau, was dies ist, doch besitzen sie angeblich ein Mittel, um die Arkadier in ihren Tiergestalten festzuhalten, und experimentieren auf diese Weise mit ihnen. Leider erfährt man auch am Ende nicht viel darüber.

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Italien, eine Liebe und zwei verfeindete Familien – eine moderne Version von Romeo und Julia. Doch trotzdem ist diese Geschichte einzigartig. Ich bin vor allem begeistert von der Idee mit den Mafiaclans und dem Handlungsort Sizilien. Die wundervollen, authentischen Beschreibungen bewirken, dass sich der Leser fühlt, als wäre er auf der Insel bei Rosa und Alessandro. Auch die Fantasy-Elementen, die sogar rechtzeitig und nicht zu spät einsetzen, wurden bis ins Detail ausgearbeitet. Die Mühe hat sich eindeutig gelohnt, denn die vielen Geschichten über die Tiere habe ich sehr gerne gehört. Absolut nichts an diesem Plot wirkte aus den Fingern gezogen oder aufgesetzt.

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Arkadische Dynastien und Menschen, die ihre Gestalt kontrolliert und bei starken Gefühlsausbrüchen ändern – Wut, Hass, Liebe. Ich bin begeistert! Die Alcantarafrauen verwandeln sich in Schlangen und die Familie Carnevare verwandelt sich in Raubkatzen. Tiger, Panther etc. Es war ienfach nur beeindruckend, wie fantasievoll und spannend die gesamte Geschichte gestaltet ist. Das Ende aber ist sehr traurig, da Florinda und Zoe sterben.

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Insbesondere Kai Meyers Wissen über die italienische Architektur und die Landschaft sowie die Lebensumstände auf Sizilien hat mich beeindruckt. Entweder ist er oft dorthin gereist oder es lag an der guten Recherche, jedenfalls hat man als Leser recht schnell das Gefühl, dass der Autor genau wusste, was er tat.

Erzählperspektive

Erzählt wird aus Sicht eines unabhängigen Erzählers.

Charaktere

Rosa Alcantara

Die 17-Jährige Rosa ist klein, dünn und hat blondes Haar. Zu Beginn am Flughafen beklaut sie einen Süßigkeitenverkäufer. Auch danach beklaut sie die Stewardess. Das nennt sie ihren „üblichen Impuls“. Mit dem Lügen hat sie auch keine Schwierigkeiten. Rosa ist selbstbewusst und sagt jedem ihre Meinung. Ein wenig zynisch und ich-bezogen ist sie auch. Zudem hat sie eine drei Jahre ältere Schwester namens Zoe. Bevor ihr Vater gestorben ist, lebten die drei noch in Italien. Dann aber wollte Rosas Mutter nach Amerika, um Abstand von dem Alcantarra Clan zu gewinnen. Sie gehören der Mafia an und werden von Polizei und Behörden observisert. So kam es auch, dass Rosa beinahe jährlich verhört wird. Außerdem hat Rosa ein kleines bzw. großes Geheimnis. Alessandro Carnevare begegnet sie im Flugzeug, wo sie ihm direkt seines Passes entledigt. Bei ihrer Großmutter dann erfährt sie, dass er Mitglied eines verfeindeten Clans ist. Doch genau wie Rosa hat auch Alessandro ein Geheimnis, das alle Dynastien ebenso betrifft.

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Rosa wurde auf einer Party vergewaltigt, woran sie sich jedoch nicht mehr erinnern kann, da ihr etwas in den Drink geschüttet wurde, und davon schwanger. Ihr ungeborenes Kind, das sie Nathaniel nennen wollte, trieb sie ab. Die ganze Geschichte beichtet sie Alessandro. Da sich Rosa immer etwas gefühlskarg gegeben hat, musste ich diese Stelle mehrmals hören, weil ich es einfach nicht glauben konnte.

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Titel

Zunächst hatte ich keinerlei Vorstellung davon, was „Arkadien“ bedeuten soll, aber dies wurde in den Erzählungen gut und verständlich geschildert. Besonders als Titel des ersten Bandes sind die zwei Wörter perfekt! Vor allem ist der Titel nicht zu lang und weckt Interesse.

Cover

Das Cover ist sehr dunkel, aber abenteuerlich gestaltet. Es gefällt mir sehr, es wirkt allerdings wie ein Dschungel-Buch. Der Carlsen Verlag hat zu Beginn zwei Coverversionen entwickelt und die zukünftigen Leser dann abstimmen lassen, welches sie sehen wollen. Hier ist das zweite Coverdesign zu bewundern. Mir gefällt das, für das abgestimmt wurde, noch viel besser. Nachdem ich die Handlung kenne, erscheint mir auch die Raubkatzen-Silhouette logisch.

Sprecher

Ich habe mich sehr über die männliche Stimme gewundert, die mir aus den Kopfhörern entgegentönte. Ich hatte Rosas Stimme erwartet, oder wenigstens eine weibliche. So fühlte ich mich etwas aus der Handlung hinauskatapultiert, da diese Stimme die Distanz wahrt. Allein von der Stimme her ist Andreas Fröhlich allerdings der perfekte Märchenerzähler und Synchronsprecher. Sogar die typischen Mafia-Stimmen hat er perfekt nachgeahmt. Dieses Variieren seiner Stimme hat die Erzählung lebendiger wirken lassen.

Arkadien fällt ist ein gelungener Einstieg von Kai Meyers Arkadien-Trilogie. Die Charaktere, der Handlungsort, der Plot – an dieser Geschichte ist alles einzigartig und doch ist für jeden Leser etwas dabei. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band in die Hand zu nehmen und wieder in Rosas Welt einzutauchen. Jeder, der einem italienischen und tierischen Flair nicht abgeneigt ist, wird dieses Hörbuch, an dem es so gut wie nichts auszusetzen gibt, ins Herz schließen. Diese Geschichte beweist Potential. Ich werde mir auch die folgenden Bände nicht entgehen lassen.

Plot: 5/5
Charaktere: 5/5
Sprecher: 5/5
Spannung: 5/5
Cover: 5/5
Ende: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Band 2: Arkadien brennt

Band 3: Arkadien fällt

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