[Rezension] Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher

27. April 2011 § 2 Kommentare

Originaltitel: 13 Reasons Why
Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Übersetzer: Knut Krüger
Verlag: cbt
Originalverlag: Penguin US
Genre: Thriller
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 288
Ersterscheinung: 16. März 2009
Preis: Taschenbuch: 9,99 €, Hardcover: 14,99 €, eBook: 8,99

>> Leseprobe <<

Klappentext

Die Stimme der Toten, ein Ruf nach Leben

Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon …

Ein Roman, der unter die Haut geht.

Hannah’s Tapes

Leitmotive

Suizid, Selbstmord, Schuld, Schule, Feindschaft, Freundschaft

Plot

Clay ist überrascht, als er ein Paket mit 13 Kassetten darin erhält. Doch es haut ihn vom Stuhl, als er darauf Hannahs Stimme hört. Die Hannah Baker, welche Clay nur flüchtig kannte und die sich mit einer handvoll Tabletten ums Leben gebracht hat. Sie sagt, er sei ein Grund dafür. So wie alle anderen, die diese Kassetten zugeschickt bekommen haben. Doch sie waren gezwungen, sie an den nächsten zu schicken. So lauten die Regeln. Hört sie euch an und schickt sie weiter. Aber was hat Clay mit ihrem Selbstmord zu tun? An welcher Stelle ist er dran? Wer ist der letzte, der laut Hannah mit dem Kassetten zur Hölle fahren darf?

Da ich schon viele positive Feedbacks zu diesem Jugendthriller gelesen habe, wundert es mich nicht, dass er tatsächlich sehr gut ist, jedenfalls annähernd. Spannung baut sich natürlich von Anfang an auf, weil direkt ein Dutzend Fragen auftauchen, die der Leser beantwortet haben möchte.

Ein netter Einfall waren die Pause-, Play- und Stoppsymbole nach jedem Textabschnitt. So weiß der Leser genau, wann Clay die Kassetten hört und wann nicht. Das verstärkt die kursive Schriftform, die für Hannahs Sprechparts gewählt wurde.

Zwar waren die Geheimnisse, die Hannah gelüftet hat nicht besonders interessant und ihre Probleme, die sich alle nur um ein Thema, nämlich begrapschen und Jungs, drehten, dafür aber waren viele andere Überraschungen dabei. Zum Beispiel, wer den zweiten Satz Kassetten besitzt …

– – – – – – – – – – – – – – – – – – Achtung: Spoiler – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Was Hannah auf den Kassetten erzählt, fand ich ein wenig simpel. Es ging immer um dasselbe Thema, nämlich ihren Körper bzw. ihren Arsch, dass ein Spanner sie beobachtete, sie angeblich Spielzeug in ihrer Kommode hatte und sie begrapscht wurde. Nach einer Weile habe ich mich gefragt, ob sie denn keine anderen Sorgen hätte, ob sie sich deshalb umgebracht hat.

Aber andererseits hat Hannah, als sie und Clay in dem Kino gearbeitet haben, Clays Fürsorge abgelehnt, als sie mit einem Jungen geredet hat, der gerade erst ein Mädchen während eines Films belästigt hat, und diese dann weinend rausgerannt ist.

Schließlich sagte sie den Satz, der mir die ganze Nacht durch den Kopf ging: »Du brauchst nicht auf mich aufzupassen, Clay!«
Aber genau das habe ich versucht, Hannah. Ich wollte es so sehr. Ich hätte dir helfen können. Doch als ich dir meine Hilfe anbot, hast du sie abgelehnt.

Ich verstehe Hannah nicht. Was will sie denn nun? Hilfe oder Gleichgültigkeit? Dazu kommen die „Geheimnisse“, die gelüftet werden. Sie waren doch eher unspektakulär.

Auch die Sache mit dem Gedicht von Hannah, dass ein Mitschüler namens Ryan veröffentlicht hat, fand ich nicht besonders schlimm. Was ist schon dabei, wenn es im Unterricht behandelt wurde und von ihren Mitschülern ausgecshnitten wurde?

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Charaktere

Ehrlich gesagt habe ich Hannah Baker als symphatischer und interessanter empfunden als Clay Jensen. Ich wollte eigentlich gar nicht wissen, was genau er tut, während er den Kassetten lauscht. Nach etwa der Hälfte allerdings war mir Clay symphatischer und Hannah ein wenig eigenartig. Doch auch die Nebenfiguren sind gut beschrieben und lebhaft, obwohl viele von ihnen nur in Hannahs und teilweise auch Clays Erinnerungen vorkommen und sie gar nicht aktiv in die Handlung eingebaut sind.

Erzählperspektive

Erzählt wird die Handlung im Präsens aus Sicht Clays, die Kassetten allerdings werden natürlich aus Sicht Hannahs berichtet.

Schreibstil

Jay Asher verfolgt eine angenehme Schreibweise – leicht zu lesen und abwechslungsreich.

Cover

[Spanien, England, Ungarn]

Jay Asher hat sich mit Tote Mädchen lügen nicht einen ganz besonderen Jugendthriller ausgedacht. Die Idee mit den Kassetten, die den Selbstmord Hannahs erklären sollen, ist gut gelungen. Auch an den Charakteren gibt es bis auf wenige Kleinigkeiten nichts auszusetzen. Allerdings zieht sich die Thematik der sexuellen Belästigung wie ein roter Faden durch die Handlung. Ich hätte mir ein wenig Abwechslung gewünscht. Dass Hannah begrapscht wurde und anstößige Gerüchte verbreitet wurden, war schon nach ein paar Kassetten mehr als deutlich und hat mich gelangweilt.

Plot: 3/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 3/5
Spannung: 4/5
Titel: 3/5
Cover: 3/5
Ende: 4/5
Preis/Leistung: 3/5
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§ 2 Antworten auf [Rezension] Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher

  • […] 16th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar Originaltitel: Thirteen Reasons Why Dt. Titel: Tote Mädchen lügen nicht Autor: Jay Asher Sprache: Englisch Seitenzahl: 336 Erscheinungsdatum: Juni 2011 […]

  • Buchstabenhimmel sagt:

    Ja genau das habe ich mich auch gefragt: Warum sie von Clay keine Hilfe annehmen will aber zu einem Lehrer geht der die Situation vielleicht völlig falsch deuten könnte. Hat er ja dann auch! Aber ich glaube nicht, dass sie wirklich noch daran geglaubt hat das er ihr Helfen wird.
    Und das sie ein bisschen zu oft angefasst, beobachtet usw. wurde, kam mir auch ein bisschen langweilig vor!
    LG Bianca

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